Brauchst du ein eigenes Google-Konto für dein Unternehmen?
Du brauchst ein Google-Konto, aber kein besonderes. Ein „Google Business Konto" als eigenes Produkt existiert nicht. Was dein Unternehmensprofil braucht, ist ein gewöhnliches Google-Konto, das als Inhaber eingetragen wird.
Die Verwirrung entsteht durch drei Begriffe, die durcheinandergehen:
- Google-Konto. Die Anmeldung bei Google, kostenlos. Daran hängt dein Unternehmensprofil.
- Google Unternehmensprofil. Der Firmeneintrag in Suche und Maps, ebenfalls kostenlos.
- Google Workspace. Das kostenpflichtige Paket mit Gmail, Drive und Kalender unter deiner eigenen Domain. Für das Profil nicht nötig.
Die eigentliche Entscheidung ist also keine technische, sondern eine organisatorische: Wem gehört das Konto, an dem dein Profil hängt?
Privates oder geschäftliches Konto: der Unterschied
Ein Konto auf einer Firmenadresse gehört dem Betrieb. Ein Konto auf einer privaten Adresse gehört der Person. Beim Unternehmensprofil entscheidet dieser Unterschied darüber, was passiert, wenn jemand geht.
| Fall | Konto auf Privatadresse | Konto auf Firmenadresse |
|---|---|---|
| Mitarbeiter scheidet aus | Zugang geht mit, Rückgabe nur freiwillig | Passwort wird geändert, Zugang bleibt |
| Betrieb wird verkauft | Übertragung hängt an der Person | Konto wechselt mit dem Betrieb |
| Krankheit, Urlaub | Niemand kommt heran | Zweiter Inhaber übernimmt |
| Agenturwechsel | Riskant, wenn die Agentur Inhaber ist | Unkritisch, Agentur ist nur Administrator |
Der häufigste Fehler in der Praxis ist nicht das private Konto des Inhabers, sondern das private Konto eines Mitarbeiters, der das Profil vor Jahren nebenbei angelegt hat. Zwei Jahre später ist die Person weg, und niemand kommt mehr ans Profil.
Unsere Empfehlung: Nimm eine Sammeladresse wie info@deinefirma.de, die den Betrieb überlebt. Leg eine zweite Person als Inhaber dazu.
Google-Konto mit deiner Firmen-E-Mail erstellen
Ein Google-Konto lässt sich mit jeder bestehenden E-Mail-Adresse anlegen, auch mit deiner Firmenadresse. Du brauchst dafür kein Postfach bei Google.
- Ruf die Seite zum Anlegen eines Google-Kontos auf und wähle die Variante für die Verwaltung eines Unternehmens.
- Wähle „Stattdessen meine aktuelle E-Mail-Adresse verwenden" und trag deine Firmenadresse ein, etwa info@deinefirma.de.
- Bestätige den Code, den Google an diese Adresse schickt.
- Trag als Namen den Firmennamen oder deinen eigenen Namen ein, je nachdem, wer nach außen auftritt.
- Hinterleg eine Mobilnummer und eine zweite E-Mail-Adresse für die Wiederherstellung. Beide sollten im Betrieb bekannt sein, nicht nur einer Person.
Dauert etwa fünf Minuten. Danach hast du ein Konto, das deinem Betrieb gehört und mit dem du das Profil anlegen kannst. Wie es danach weitergeht, steht unter Unternehmen bei Google eintragen.
Konto mit dem Unternehmensprofil verbinden
Ob du das Profil neu anlegst oder ein bestehendes übernimmst, entscheidet über den Weg.
Profil existiert noch nicht. Melde dich im neuen Konto an, such bei Google nach deinem Firmennamen und folge dem Hinweis zum Anlegen. Das Konto, in dem du dabei angemeldet bist, wird primärer Inhaber. Prüf vorher zweimal, welches Konto aktiv ist.
Profil existiert schon. Das ist der Normalfall, weil Google Einträge auch aus anderen Quellen erzeugt. Dann beantragst du die Inhaberschaft. Google benachrichtigt den aktuellen Inhaber und setzt eine Frist, bevor der Antrag greift. Der ganze Ablauf mit den nötigen Nachweisen steht unter Inhaberschaft beantragen.
Ein Zwischenfall, der oft auftritt: Das Profil hängt an einem alten Konto, dessen Passwort niemand mehr kennt. Dann versuch zuerst die Kontowiederherstellung bei Google. Erst wenn die scheitert, ist der Antrag auf Inhaberschaft der Weg.
Zugriff absichern: Inhaber, Administratoren, Zwei-Faktor
Ein Unternehmensprofil ist ein Vermögenswert mit Bewertungen, Fotos und Sichtbarkeit. Vier Maßnahmen schützen es.
- Zwei-Faktor-Bestätigung einschalten. Ohne sie reicht ein erratenes Passwort. Mit ihr braucht ein Angreifer zusätzlich dein Handy.
- Einen zweiten Inhaber eintragen. Fällt ein Konto aus, kommt der zweite heran. Ohne zweiten Inhaber verwaist das Profil.
- Wiederherstellungsoptionen pflegen. Eine aktuelle Mobilnummer und eine zweite E-Mail-Adresse, beide im Betrieb bekannt.
- Dienstleistern nur die Administrator-Rolle geben. Sie bearbeitet alles und kann das Profil weder löschen noch die Inhaberschaft übertragen. Der Weg steht unter Administrator hinzufügen.
Eine Routine gehört dazu: Geh einmal im Jahr die Nutzerliste deines Profils durch und entferne, wer nicht mehr im Betrieb ist.
Ein Punkt wird fast immer übersehen: die Wiederherstellungsoptionen. Google fragt bei einem gesperrten oder verlorenen Konto die hinterlegte Mobilnummer und die zweite E-Mail-Adresse ab. Steht dort die private Handynummer eines Mitarbeiters, der seit zwei Jahren woanders arbeitet, nützt dir das Konto im Ernstfall nichts. Trag eine Nummer ein, die im Betrieb bleibt, und prüf sie, wenn jemand geht.
Für Betriebe mit mehreren Personen am Profil lohnt eine kurze schriftliche Festlegung: Wer ist primärer Inhaber, wer ist zweiter Inhaber, wer ist Administrator, und wo liegen die Zugangsdaten. Eine Seite reicht. Sie ersetzt die Suche nach dem Kollegen, der das Profil 2019 angelegt hat.
Was ein Google-Konto für Unternehmen kostet
Das Google-Konto kostet nichts, auch wenn du es mit deiner eigenen Firmenadresse anlegst. Das Unternehmensprofil kostet ebenfalls nichts.
Geld kostet nur Google Workspace, wenn du deine Postfächer, Kalender und Dateien unter deiner Domain bei Google betreiben willst. Das ist eine Entscheidung über deine E-Mail-Infrastruktur und hat mit dem Unternehmensprofil nichts zu tun. Wer sein Postfach beim bisherigen Anbieter lässt, verliert beim Profil keine einzige Funktion.
Welche Kosten rund um das Profil tatsächlich anfallen, steht unter Kosten des Google Unternehmensprofils.
Häufige Fehler bei der Einrichtung
Fünf Fehler kosten später Zeit, und alle fünf lassen sich bei der Einrichtung in wenigen Minuten vermeiden.
- Privates Konto eines Mitarbeiters als Inhaber. Der Klassiker. Scheidet die Person aus, ist das Profil weg.
- Kein zweiter Inhaber. Ein Konto, ein Punkt, an dem alles hängt.
- Zweites Konto angelegt, statt die Inhaberschaft zu beantragen. Daraus entstehen Doppeleinträge, und die wertet Google als Spam.
- Agentur als Inhaber eingetragen. Beim Wechsel läuft die Übergabe dann über einen Antrag bei Google statt über zwei Klicks.
- Wiederherstellungsnummer eines ehemaligen Mitarbeiters. Fällt erst auf, wenn es darauf ankommt.
Steht dein Konto, geht es mit dem Profil weiter. Den ganzen Weg beschreibt der Guide zum Google Unternehmensprofil, die Bedienung im Alltag das Handbuch zum Verwalten.
Häufige Fragen zum Google-Konto für Unternehmen
Was Inhaber fragen, bevor sie das erste Konto anlegen.
Brauche ich ein spezielles Google Business Konto?
Nein, ein solches Produkt gibt es nicht. Du brauchst ein gewöhnliches Google-Konto, das als Inhaber deines Unternehmensprofils eingetragen wird. Ob du dafür eine Adresse bei gmail.com nimmst oder deine eigene Firmenadresse, entscheidest du selbst.
Kann ich mein privates Google-Konto nutzen?
Technisch ja. Es bindet dein Profil aber an eine Person statt an den Betrieb. Beim Verkauf, bei einem Gesellschafterwechsel oder im Krankheitsfall wird daraus ein Problem. Leg lieber ein Konto auf eine Firmenadresse an.
Was kostet ein Google-Konto für mein Unternehmen?
Ein Google-Konto ist kostenlos, auch mit einer eigenen Domain-Adresse, wenn diese Adresse bei deinem Mailanbieter liegt. Geld kostet nur Google Workspace, wenn du Gmail, Drive und Kalender unter deiner Domain bei Google betreiben willst.
Kann ich eine info@-Adresse verwenden?
Ja, und das ist meistens die bessere Wahl. Eine Sammeladresse wie info@deinefirma.de überlebt Personalwechsel. Achte darauf, dass mehr als eine Person die Wiederherstellungsoptionen kennt.
Was passiert mit dem Profil, wenn ich das Google-Konto lösche?
Das Profil bleibt bestehen, solange es weitere Inhaber gibt. Gibt es keinen zweiten Inhaber, wird das Profil verwaist, und du brauchst einen Antrag auf Inhaberschaft, um wieder heranzukommen. Trag deshalb immer einen zweiten Inhaber ein.
Brauche ich für jeden Standort ein eigenes Konto?
Nein. Ein Konto kann Inhaber beliebig vieler Profile sein. Für Filialleiter vor Ort legst du eigene Konten an und gibst ihnen die Administrator-Rolle für ihr Profil.
Adriano Caruso prüft dein Unternehmensprofil am Telefon, zeigt dir die offenen Punkte und sagt dir, was die Umsetzung kostet. Der Profil-Check kostet dich nichts.



