Hauptkategorie und weitere Kategorien: der Unterschied
Die Hauptkategorie sagt Google, was dein Betrieb ist. Weitere Kategorien sagen, was er zusätzlich anbietet. Beide wirken unterschiedlich stark. In älteren Anleitungen heißt das Feld noch Google-My-Business-Kategorie, gemeint ist dasselbe.
Die Hauptkategorie ist das Feld mit dem größten Hebel im ganzen Profil. Sie entscheidet darüber, bei welchen Suchanfragen Google dich überhaupt in Betracht zieht, und sie bestimmt, welche weiteren Felder dir im Profil angeboten werden. Ein Restaurant bekommt Speisekarte und Reservierung, ein Handwerksbetrieb Einzugsgebiet und Leistungen, eine Praxis einen Terminlink.
Weitere Kategorien erweitern das Spektrum. Sie wirken schwächer als die Hauptkategorie, kosten aber nichts, solange sie zutreffen. Ein Elektrobetrieb mit der Hauptkategorie „Elektriker" kann „Sicherheitssystem-Installateur" ergänzen, wenn er Alarmanlagen montiert.
Der Unterschied zeigt sich in der Praxis so: Wer seine Hauptkategorie falsch setzt, verliert Sichtbarkeit in den lokalen Suchergebnissen bei seiner Kernsuche. Wer eine weitere Kategorie falsch setzt, gewinnt Aufrufe ohne Anrufe.
Die Kategorie entscheidet außerdem mit, welche Felder dir Google überhaupt zum Ausfüllen anbietet. Öffnungszeiten und Bewertungen hat jedes Profil, eine Speisekarte nur die Gastronomie, einen Terminlink nur bestimmte Dienstleistungen. Wer die Kategorie später ändert, verliert deshalb unter Umständen Angaben, die er mühsam gepflegt hat.
Wie viele Kategorien du wählen kannst
Google erlaubt eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere, zusammen höchstens zehn. Die Obergrenze auszureizen ist selten richtig.
Drei bis fünf Kategorien reichen für die meisten Betriebe. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass jede einzelne stimmt. Ein Maßstab aus der Arbeit an Kundenprofilen: Wenn du zu einer Kategorie keine eigene Leistung mit Beschreibung anlegen kannst, gehört sie nicht ins Profil.
Zwei Sonderfälle lohnen die Erwähnung. Betriebe mit zwei echten Standbeinen, etwa Gebäudereinigung und Hausmeisterservice, brauchen beide Kategorien. Und Betriebe, die saisonal etwas anderes machen, etwa Garten im Sommer und Winterdienst, tragen beides ein und lassen es ganzjährig stehen.
Die passende Kategorie finden: Wettbewerber prüfen
Die richtige Hauptkategorie findest du nicht, indem du den Katalog durchliest. Du findest sie bei den Betrieben, die bei deiner wichtigsten Suche bereits oben stehen.
- Schreib deine wichtigste Suchanfrage auf, so wie ein Kunde sie eintippt, etwa „Elektriker Limburg".
- Such danach bei Google und sieh dir die drei Betriebe im Kartenblock an.
- Unter dem Firmennamen steht in der Praxis die Hauptkategorie des Profils. Notier alle drei.
- Stimmen zwei oder drei überein, ist das deine Kategorie, sofern sie zu deinem Betrieb passt.
- Wiederhol das für deine zweitwichtigste Suche. Weicht das Ergebnis ab, hast du einen Kandidaten für eine weitere Kategorie.
Ein Beispiel für den Unterschied, den das macht: „Elektroinstallationsservice" und „Elektriker" klingen gleich. Wer nach „Elektriker Limburg" sucht, trifft aber auf eine andere Auswahl als bei „Elektroinstallation Limburg". Welche Variante bei deinen Kunden ankommt, zeigt dir der Kartenblock, nicht dein Gefühl.
Prüf das von mehreren Orten aus, nicht nur vom Büro. Die Karte sortiert je nach Standort unterschiedlich. Wie sich das systematisch messen lässt, steht unter Local Pack und bei den Local SEO Rankingfaktoren unter dem Stichwort Hauptkategorie.
Wenn deine Branche fehlt
Googles Kategorienkatalog umfasst mehrere tausend Einträge und trifft trotzdem nicht jeden Betrieb. Eigene Kategorien lassen sich nicht anlegen.
Wenn nichts genau passt, geh so vor:
- Nimm die nächstgelegene Oberkategorie. Lieber eine etwas allgemeinere, die stimmt, als eine spezielle, die danebenliegt.
- Trag die Besonderheit als Leistung ein. Leistungen sind Freitext, dort steht genau, was du machst.
- Nutz die Beschreibung. In den 750 Zeichen beschreibst du das Spezialgebiet in eigenen Worten. Wie das geht, steht unter Unternehmensbeschreibung im Google Profil.
- Prüf die Kategorie bei mehreren Standorten einzeln. Was in der einen Stadt relevant ist, muss es in der anderen nicht sein.
- Such auf Englisch gegen. Manche Kategorien sind im Deutschen anders benannt als erwartet. Ein Blick auf die englische Bezeichnung hilft beim Finden.
Was nicht funktioniert: die Spezialisierung in den Firmennamen schreiben. Das ist ein Richtlinienverstoß und einer der häufigsten Sperrgründe.
Kategorien, Leistungen und Attribute: was wohin gehört
Drei Felder werden regelmäßig verwechselt. Jedes hat seine eigene Aufgabe.
| Feld | Beantwortet | Beispiel Gebäudereinigung |
|---|---|---|
| Kategorie | Was ist dieser Betrieb? | Gebäudereinigung |
| Leistungen | Was macht er konkret? | Unterhaltsreinigung, Fensterreinigung, Bauendreinigung |
| Attribute | Welche Eigenschaften hat er? | Vor-Ort-Service, Kartenzahlung, barrierefreier Zugang |
Die Reihenfolge beim Ausfüllen ist festgelegt: Erst die Kategorie, dann die Leistungen, dann die Attribute. Denn welche Leistungen und Attribute Google dir überhaupt anbietet, hängt an der Kategorie. Wer die Kategorie später ändert, verliert unter Umständen Leistungen, die zur alten gehörten.
Ein Fehler, der oft auftritt: Leistungen werden als zusätzliche Kategorien eingetragen. „Fensterreinigung" ist eine Leistung, keine Kategorie. Branchenspezifische Beispiele stehen im Leitfaden Gebäudereinigung.
Kategorie ändern: was du beachten musst
Die Kategorie änderst du jederzeit selbst in der Bearbeitungsleiste deines Profils. Dass es technisch einfach ist, heißt nicht, dass es folgenlos bleibt.
Was nach einer Änderung passiert:
- Google prüft gegebenenfalls nach. Bei einer deutlichen Änderung kann eine manuelle Prüfung anlaufen, in der das Profil kurz eingeschränkt ist.
- Die Sichtbarkeit verschiebt sich. Rechne mit einigen Tagen bis Wochen, bis sich die neue Zuordnung einpendelt.
- Felder können verschwinden. Kategorienspezifische Felder wie Speisekarte oder Terminlink fallen weg, wenn die neue Kategorie sie nicht kennt.
Drei Regeln dazu aus der Praxis: Ändere nicht mehrere Kernangaben am selben Tag, also nicht Name, Adresse und Kategorie zusammen. Mach einen Screenshot der bisherigen Werte, bevor du etwas anfasst. Und miss die Position vor der Änderung, sonst weißt du hinterher nicht, ob sie geholfen hat.
Häufige Fehler
Sechs Fehler sehen wir in Profilprüfungen immer wieder:
- Zu allgemeine Hauptkategorie. „Dienstleister" oder „Unternehmen" sagt Google nichts.
- Leistungen als Kategorien eingetragen. Gehört in das Feld Leistungen.
- Zehn Kategorien ausgereizt. Bringt Aufrufe ohne Anrufe und verwässert das Profil.
- Kategorie aus dem Gefühl gewählt. Ohne Blick auf die Betriebe, die bereits sichtbar sind.
- Kategorie nie wieder geprüft. Googles Katalog ändert sich, und dein Angebot auch.
- Suchbegriff im Firmennamen statt in der Kategorie. Richtlinienverstoß und Sperrgrund.
Steht die Kategorie, geht es mit Leistungen und Beschreibung weiter. Den Weg zum fertigen Eintrag beschreibt Unternehmen bei Google eintragen, den Überblick über alle Felder der komplette Guide zum Unternehmensprofil.
Häufige Fragen zu Kategorien im Unternehmensprofil
Was Betriebe fragen, bevor sie an der Kategorie drehen.
Wie viele Kategorien kann ich im Google Unternehmensprofil wählen?
Eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere Kategorien, zusammen also höchstens zehn. Die Hauptkategorie wirkt am stärksten. Weitere Kategorien ergänzen, verwässern aber das Bild, wenn sie nicht zum Betrieb passen.
Welche Kategorie ist die richtige für meinen Betrieb?
Die, die beschreibt, was dein Betrieb ist, nicht alles, was er anbietet. Ein Elektrobetrieb ist ein Elektriker, auch wenn er Wallboxen montiert. Prüf zur Kontrolle die Hauptkategorie der drei Betriebe, die bei deiner wichtigsten Suche in der Karte oben stehen.
Wie sehe ich die Kategorie eines Wettbewerbers?
In der Google-Suche steht die Hauptkategorie direkt unter dem Firmennamen im Kartenergebnis. Bei Google Maps findest du sie im Profil unter dem Namen. Weitere Kategorien zeigt Google öffentlich nicht an.
Schadet es, viele Kategorien zu wählen?
Ja, wenn sie nicht zum Betrieb passen. Google ordnet dich dann Suchen zu, für die du nicht der richtige Anbieter bist. Das bringt Aufrufe ohne Anrufe und verwässert, wofür dein Profil steht. Nimm nur Kategorien für Leistungen, die du wirklich erbringst.
Kann ich die Hauptkategorie später ändern?
Ja, jederzeit. Rechne nach der Änderung mit einigen Tagen bis Wochen, bis sich die Sichtbarkeit einpendelt, und mit der Möglichkeit einer kurzen Prüfung durch Google. Ändere nicht mehrere Kernangaben am selben Tag.
Meine Branche steht nicht im Katalog. Was tun?
Nimm die nächstgelegene passende Kategorie und beschreib die Besonderheit über Leistungen und Beschreibung. Eine eigene Kategorie lässt sich nicht anlegen, und Google erweitert den Katalog nur selbst.
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